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Körper und Seele im Wechselspiel - Die Kunst der richtigen Balance

Diabetes und Depression – eine unglückliche Verbindung

Diabetes Traurig

Frau H. ist seit über 30 Jahren Diabetikerin mit einem Typ1 Diabetes. Inzwischen hat sie eine Insulinpumpe. Täglich ist sie von Ängsten geplagt. Angst vor sinkenden oder steigenden Blutzuckerspiegeln, Angst davor, irgendetwas falsch zu machen. Unruhestände kommen dazu. Lebensangst. Längst hat sie den Kampf gegen den Diabetes aufgegeben, isst nur noch einmal täglich, oft regelrechte „Fressattacken“, betreibt exzessiv stundenlang Sport, um ihre Stimmung zu regulieren. Die Depression hat ihr den Lebensmut und die Energie genommen. Seit Jahren. Ein Einzelfall?

Nein, denn Depressionen und Ängste treten bei Diabetikern deutlich häufiger auf. Dabei blieben sie oft unerkannt oder zumindest schlecht behandelt. Das Fatale dabei, beschreiben Ärzte, ist das die Kompetenz in der Diabetes-Behandlung hoch ist. Die öffentliche Wahrnehmung: ebenfalls hoch. Deshalb wird mit immer ausgefeilteren Strategien der Diabetes behandelt, aber die Depression bleibt unerkannt und unbehandelt. Und deshalb wird dann der Diabetes auch nicht besser.

Diabetes UND Depression = schlechteste Lebenserwartung


In einer 2010 erschienenen Analyse der Weltgesundheitsorganisation wurde der Gesundheitszustand von Patienten mit mehreren körperlichen chronischen Erkrankungen, die gleichzeitig an Depressionen leiden, analysiert. Die Kombination von Diabetes und Depression lieferte dabei die schlechtesten Werte für die Allgemeingesundheit, noch vor der Kombination aus Depression und chronischer Herzerkrankung. Wissenschaftlich erwiesen schwanken die Langzeitblutzuckerwerte von depressiven Diabetikern und damit die Möglichkeit von Folgeerkrankungen deutlich stärker, depressive Diabetiker können sich weniger an die rigiden Gesundheitsvorschriften des Diabetes halten und erleben stärkere körperliche Symptome des Diabetes, in letzter Konsequenz haben sie auch eine wesentlich verkürzte Lebenserwartung. Ursächlich hierfür ist unter anderem auch die Nähe und Beeinflussung beider Erkrankungen durch Stressregulationsphänomene.


Kombi aus Psychotherapie und Diabetesmedikamenten erhöht die Lebensqualität

Statistisch gesehen versterben an den Konsequenzen nicht behandelter Depressionen bei Diabetes oder nach Herzinfarkt deutlich mehr Patienten als insgesamt durch Suizid bei Depressionen! Deshalb ist das Erkennen und die richtige Behandlung der Depression im Rahmen der körperlichen Störung entscheidend wichtig. Mehrere Studien aus den Vereinigten Staaten zeigten, dass eine gute Depressionsbehandlung psychotherapeutisch entscheidend dazu beitrug, die Zuckerkrankheit depressiver Diabetiker unter Kontrolle zu bekommen, intensive Diabetesschulungen jedoch nicht.
In der Psychotherapie zu lernen, dass es auch bei erheblichen Lebenseinschränkungen durch die chronische Erkrankung möglich ist, bewusst und aktiv zu handeln, Probleme zu lösen, Stress zu reduzieren und mit Achtsamkeit bewältigen lernen – sich so Schritt für Schritt mehr Lebensqualität zu erarbeiten. 

Am Wichtigsten ist es, die Sichtweise zu verändern...!

 

Quelle: rhein-jura Klinik

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